Frei ausgepflanzt können sich Kakteen am richtigen Standort gut entwickeln und überwintern im Freien ohne Probleme. Viele Kakteen überstehen in ihren Heimatgebieten wesentlich tiefere Temperaturen über einen längeren Zeitraum nur deshalb, weil sie gleichzeitig völlig trocken stehen bei geringen Boden- und Luftfeuchtewerten.

Andere Arten profitieren bei anhaltenden, starken Frösten von einer schützenden Schneedecke, die den Pflanzenkörper vor noch größerer Kälte schützt. In unseren Breiten wirkt sich vielfach negativ auf die winterharten Kakteen aus, dass zu der anhaltenden starken Kälte gleichzeitig ein schwerer, nasser Boden kommt, der dann zum Abfaulen der Pflanze führt. Dies ist auch der Grund, weshalb allergrößten Wert auf eine exzellente Dränage gelegt werden muss.


Hilfreiche Tipps und Pflegefehler welche unbedingt vermieden werden sollten
  • Tipp 1
  • Ungefähre Höhe der Jahresniederschläge und deren Verteilung im Jahresverlauf sowie die geographische Lage des geplanten Pflanzortes beachten.
  • Tipp 2
  • Prüfen, ob sich besonders extreme klimatische Verläufe eines Jahres sowohl bezüglich der Temperaturen als auch der Niederschläge negativ auswirken und zur Wahl eines anderen Pflanzortes führen könnten.
  • Tipp 3
  • Herkunft des Pflanzen- und Samenmaterials: Das natürliche Vorkommen der Art in unterschiedlichen Höhenlagen führt zwangsläufig zu verschiedenen Frosthärten. Auch spielt es eine Rolle, ob die Pflanzen in Kultur abgehärtet wurden oder nicht.
  • Tipp 4
  • Pflanzen einer einzigen Aussaat können durchaus unterschiedliche Frosthärten ertragen. Am Heimatstandort sind dann Pflanzen mit zu geringer Frosthärte nicht mehr lebensfähig.
  • Tipp 5
  • Wenn Zimmerkakteen während der winterlichen Trockenruhe etwas schrumpfen, so ist dies ein völlig normaler Prozess beim Überwintern in der Wohnung.
  • Tipp 6
  • Die Sammlung auf dem Fensterbrett ist regelmäßig auf tierische oder pilzliche Erkrankungen zu überprüfen. Vor allem in den Wintermonaten tauchen tierische Schädlinge wie Woll- und Wurzelläuse auf.

Das richtige Vorgehen beim Überwintern von Kakteen in der Wohnung und im Freien
  • Ein durchlässiges, überwiegend mineralisches Substrat zum Pflanzen verwenden, indem man Schotter, Kies, Lava, Bims und Granitgrus mit dekorativen Steinbrocken zu einer nach Süden abfallenden Hanglandschaft gestaltet.
  • Staunässe wird im Freien dadurch vermieden, dass man die Kaktee vor einer Südterrasse oder einer geschützten Südwand pflanzt.
  • Regenschutz in Form von abnehmbaren, lichtdurchlässigen Frühbeetfenstern oder Plexiglasplatten installieren, der aber nach allen Seiten offen sein muss erleichtert das Überwintern im Freien.
  • Kakteen frei von überwucherndem Unkraut halten, um Fäulnis in feuchten Jahren zu vermeiden.
  • Die Temperaturen in der Wohnung sollen bei trockenem Stand 3 bis 10°C betragen.
  • Kurzfristige höhere Temperaturen spielen keine Rolle.
  • Bei intensiver Sonneneinstrahlung kann die Temperatur erheblich steigen, deshalb sollte an milden Tagen die Wohnung reichlich gelüftet werden, zumal frische Luft für das Wohlbefinden unserer Pflanzen enorm wichtig ist.

Grundsätzlich sollte sich jeder Kakteenfreund sorgfältig überlegen, welche Kulturbedingungen er seinen Kakteen bieten kann. Die Unterbringung entscheidet in hohem Maße darüber, ob er bei seinen Kakteen Wachstum und herrliche Blüten erleben darf. Auf einer sonnigen Fensterbank gedeihen die richtig ausgewählten Kakteen oder anderen Sukkulenten ausgezeichnet, wenn man sie artgerecht pflegt.

von Annette Bauer

Mein Tipp für Kakteen

Winterharte Kakteen findet man bei folgenden Arten: Ecinocerus, Escobaria und Opuntia. Dazu kommen die Pediocactus simpsonii und Gymnocalycium gibbosum. Außerdem gibt es einige winterharte Aloe und Agaven.